5 Gründe, nicht per Fernstudium Physiotherapie zu studieren

Physiotherapie ist ein wichtiges und anspruchsvolles Fach. Als Physiotherapeut sorgen Sie dafür, dass der Bewegungsapparat Ihrer Patienten funktionsfähig bleibt. Nach Unfällen helfen Sie Menschen, deren Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist. Auch durch das Alter oder Behinderungen werden Muskeln und Gelenke negativ beeinflusst. Physiotherapeuten haben die Aufgabe, ein Maximum an der Lebensqualität ihrer Patienten zu erhalten.

 

Grund 1: Physiotherapie als klassischer Ausbildungsberuf

Der Beruf des Physiotherapeuten gilt als ein klassischer Ausbildungsberuf. Das bedeutet, dass er in der Regel nicht an Hochschulen angeboten wird. Dies liegt daran, dass es sich hierbei um eine praxisorientierte Ausbildung handelt. Dennoch gibt es die Möglichkeit, gleichnamige Studiengänge an einer Fernschule zu absolvieren. Diese richten sich in der Regel an bereits ausgelernte Physiotherapeuten. Ihnen wird die Möglichkeit geboten, einen Bachelor-Abschluss zu erhalten. Die Fernkurse dienen dementsprechend als Weiterbildungsmöglichkeit. Ziel ist es, Aspekte des Rechnungswesens und der Buchhaltung zu vermitteln. Somit sind sie nicht der klassischen Physiotherapie-Ausbildung gleichzusetzen. Diese wird durch Präsenzstudium und -ausbildung entweder in Betrieben oder entsprechend ausgelegten Schulen angeboten.

Lediglich die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten könnten, wenn gewollt, durch Fernlehrgänge absolviert werden. Hierzu gehören nicht nur die wirtschaftlich ausgerichteten Fächer. Sie finden eine Vielzahl an Zusatzausbildungen, die es Ihnen ermöglichen, Ihre Fertigkeiten zu erweitern.

 

Grund 2: Der Kontakt zu den Patienten als wichtiger Aspekt

Ein wichtiger Bestandteil der praktischen Physiotherapie-Ausbildung ist der Umgang mit den Patienten. Daher besteht eine zwangsläufige Notwendigkeit des Kontakts mit anderen Personen. In Kursen und Lehrgängen von Fernhochschulen besteht allerdings keine Möglichkeit für Sie, direkt mit anderen Menschen zu interagieren. In der Ausbildung wird darüber hinaus ein umfangreiches Wissen über den menschlichen Körper vermittelt. Das ist notwendig, damit Sie später wissen, welche Anwendungen erforderlich sind. Sie können solche Faktoren einfacher erlernen, wenn Ihnen die menschliche Anatomie direkt vermittelt wird.

Die fachpraktischen Abschnitte sind außerdem Bestandteil der klassischen Physiotherapie-Ausbildung. Diese ist einheitlich gestaltet und dementsprechend kann der praktische Teil nur an staatlichen oder staatlich anerkannten Schulen erwerben. Dieser Zusammenhang der unterschiedlichen Anforderungen an die Ausbildung erschwert ein Fernstudium.

 

Grund 3: Die Fernlehrgänge setzen häufig eine abgeschlossene Physiotherapie-Ausbildung voraus

Je nachdem, wo Sie in ihrer beruflichen Laufbahn stehen, ist es Ihnen nicht möglich, Kurse zur Physiotherapie als Fernlehrgänge zu absolvieren. Häufig bieten Fernhochschulen die Lehrgänge hauptsächlich als berufsbegleitende Weiterbildung oder als akademisches Fernstudium an. Das bedeutet, dass bestimmte Voraussetzungen notwendig sind, um Kurse zu belegen. Wie bereits erwähnt, ist hier der Bachelor-Abschluss populär, der es Ihnen ermöglicht, weitere Qualifikationen zu erlangen, wie:

  • Psychologie
  • Bewegungslehre
  • physiotherapeutische Fachkompetenzen
  • Massagetherapie
  • Rehabilitation

 

Diese Qualifikationen ermöglichen Ihnen unter anderem eine eigene Praxis oder verbessert Ihre Aufstiegschancen. Es bedeutet aber auch, dass Sie ohne abgeschlossene Physiotherapie-Ausbildung einen Großteil der angebotenen Fernlehrgänge nicht nutzen können. Streben Sie die staatlich anerkannte Ausbildung an, bleibt Ihnen die berufliche Schule. In den zu erlangenden Qualifikationen zeigt sich, dass hier überwiegend praxisorientiert gearbeitet wird. Einige der Seminare und Fortbildungen stark auf wirtschaftliche und digitale Aspekte gerichtet. Allerdings bleiben praxisnahe Gebiete weiterhin von Bedeutung. So ist vor allem die Massagetherapie oder Rehabilitation im Zusammenhang mit den Patienten zu sehen.

 

Grund 4: Zusatzqualifikationen und Weiterbildungen sind ebenfalls stark praxisorientiert und nah am Patienten

Sie finden eine Vielzahl an Weiterbildungsmöglichkeiten, die ohne einen akademischen Abschluss auskommen. Sogenannte Zusatzqualifikationen können Sie ebenfalls in Präsenzlehrgängen oder an Fernschulen erwerben. Auch hier ist die Auswahl an Spezialisierungen umfangreich, so bieten sich Ihnen beispielsweise folgende Möglichkeiten:

  • Lymphdrainage
  • manuelle Therapie
  • Massagetechniken
  • Fitnesstrainer
  • Weiterbildung Rückentrainer

 

Die genannten Weiterbildungen zeichnen sich ebenfalls durch praxisnahe Gebiete aus. So werden Lymphdrainagen und Massagetechniken in direktem Kontakt mit dem Körper des Patienten praktiziert. Dementsprechend wichtig ist es, ein gutes Gefühl dafür und die Funktionsweisen zu entwickeln. Dies kann nur geschehen, wenn der Physiotherapeut die menschliche Anatomie gut kennenlernen konnte. Doch Sie sollten den Umgang mit anderen Menschen noch aus weiteren Gründen üben können. Der Beruf des Physiotherapeuten ist sehr menschenbezogen, unabhängig von den Qualifikationen. Dementsprechend stehen Interaktionen im Vordergrund. Diese werden hauptsächlich im ständigen Kontakt mit Patienten geübt. So lernen die Therapeuten, die korrekten Fragen zu stellen, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und Berichte sowie Beschwerden richtig zu deuten. Dies sind Faktoren, die Lehrbücher nicht vermitteln können.

 

Grund 5: Weiterbildungsmöglichkeiten während des Berufs sind über Präsenzlehrgänge möglich

Da viele der angebotenen Studiengänge als Fort- und Weiterbildungen konzipiert sind, können Sie diese neben dem Beruf absolvieren. Die Ausbildung zum Physiotherapeuten in Teilzeit zu besuchen, ist allerdings nur Bademeistern und Masseuren möglich. Wenn sie ausgebildete/r Physiotherapeut/in sind, müssen Sie nicht auf Fernlehrgänge ausweichen. Das an Präsenzlehrgängen ist in der Regel umfangreich. Wenn Sie einen akademischen Abschluss anstreben, gibt es viele Studiengänge, die darauf ausgelegt sind, berufsbegleitend besucht zu werden. Allein der medizinische Fortschritt fordert von Physiotherapeuten, dass sie Schulungsmaßnahmen nutzen. Dies ermöglicht Ihnen, auf ein großes Angebot zurückzugreifen, das sich häufig direkt an die Berufsgruppe richtet. Dadurch ist es für Sie wiederum einfacher, Fort- und Weiterbildungen nach Ihrem Geschmack oder ein Teilzeitstudium zu finden. Sie sollten sich, bevor Sie mit einem Studium beginnen, allerdings über die Voraussetzungen informieren. Denn viele Studiengänge erfordern, neben dem Abitur und einer abgeschlossenen Physiotherapie-Ausbildung, bereits Berufserfahrung.

Darüber hinaus ist es möglich, dass Sie Ihr Wunschfach nur an einer privaten Hochschule finden. In diesem Fall kommen zusätzliche Hochschulgebühren auf Sie zu. Wenn Sie diese Punkte bedenken, steht einem berufsbegleitenden Studium nichts im Weg.