Erzieher/in werden – in Teilzeit!

Erzieherausbildung und nebenbei arbeiten? Das ist kein Problem.
Erzieherausbildung und nebenbei arbeiten? Das ist kein Problem.

Erzieher und Erzieherinnen sind durch den flächendeckenden Ausbau des Netzes an Kindertagesstätten und Kindergärten in Deutschland zur Zeit sehr gefragt, das Berufsfeld ist eine absolute Wachstumsbranche. Und das ist nicht nur für Frauen interessant, neuerdings ist es auch politisch erwünscht, dass mehr Männer den Beruf des Erziehers ergreifen, damit kleine Jungen nicht nur weibliche, sondern auch männliche Rollenmodelle in ihrem Alltag erleben.

Bisher sind nämlich gerade einmal 3,2 Prozent der knapp 340.000 Erzieherinnen und Erzieher in Deutschland männlich. Es gibt deshalb zahlreiche Kampagnen, die vermehrt Männer in den Erzieherberuf locken sollen.

 

Die Ausbildung zur Erzieherin/ zum Erzieher

Die Ausbildung zur Erzieherin (oder zum Erzieher, um Platz zu sparen steht ab hier stellvertretend für Männer und Frauen die weibliche Form) ist nicht ganz übersichtlich, denn sie ist in jedem Bundesland ein wenig anders. Dazu kommt, es führen mehrere verschiedene Wege zum gewünschten Ausbildungsabschluss. So gibt es die Möglichkeit des Lehrberufs der Erzieherin und des Studienganges Pädagogik an der Fachhochschule.

Die meisten Erzieherinnen erlernen ihren Beruf allerdings an Fachschulen und Berufsakademien, die in manchen Bundesländern, zum Beispiel Bayern, auch als „Fachakademie für Sozialpädagogik“ bezeichnet werden. Es gibt auch zahlreiche private Schulen, die die Ausbildung ebenfalls durchführen dürfen.

 

Die Inhalte der Ausbildung

Egal, ob Sie in Vollzeit oder in Teilzeit die Ausbildung zur Erzieherin angehen, die Inhalte sind die gleichen. Grundsätzlich müssen Sie pädagogisches Fachwissen erwerben und die entsprechende Handlungskompetenz für alle möglichen Situationen, die in Ihrem künftigen Beruf auftauchen können. Zu diesem Zwecke lernen Sie etwas über Entwicklungspsychologie, die gängigen Lerntheorien, Pädagogik, Bildungsprozesse und Lernen. Dazu geht es um Kinderbücher und Sprachentwicklung, Medien und Kommunikation.

Außerdem stehen kreative Gestaltung, Musik und Bewegung auf dem Programm, sowie die Gruppendynamik, Eltern- und Projektarbeit und anderes mehr. Egal, ob in Voll- oder Teilzeit, Sie können an manchen Schulen sogar Ihr Fachabitur oder Abitur nachmachen oder ein Instrument erlernen.

 

Die Ausbildung in Teilzeit

Diverse Schulen bieten auch Ausbildungen zur Erzieherin in Teilzeit an, zudem können Sie immer bei einer Schule Ihrer Wahl nachfragen, ob es diese Möglichkeit gibt. Eine Übersicht verschiedener Schulen und viele weitere nützliche Infos gibt es auf erzieherin-ausbildung.de.

Normalerweise dauert die Ausbildung in Teilzeit vier Jahre lang. Die vier Jahre können sich in drei Jahre Fachschule und eine Jahr Praktikum in einer KiTa aufteilen, sie können aber auch differenziert verbunden werden, mit Schulbesuchen und mehreren Praktika dazwischen. Letztere Möglichkeit ist zum Beispiel ideal für Bewerberinnen, die kleine Kinder haben und deshalb in Teilzeit arbeiten wollen.

Typischerweise findet bei der Teilzeitausbildung an drei Tagen pro Woche Unterricht statt, was insgesamt 20 Stunden pro Woche entspricht, dazu sind pro Ausbildungsjahr vier bis sechs Wochen praktische Tätigkeit vorgesehen.

 

Die Zugangsvoraussetzungen

Diese variieren je nach Bundesland, aber es gibt einige Konstanten, die eigentlich überall gefordert sind, zum Beispiel:

  • mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss
  • ein Jahr Berufsausbildung im sozialpädagogischen oder sozialpflegerischen Bereich (also zum Beispiel als Kinderpflegerin oder als sozialpädagogische Assistentin)
    oder
  • mindestens zwei Jahre Berufsausbildung, die der Erzieherausbildung förderlich sind, zum Beispiel in einem anderen sozialen Beruf
    oder
  • Abitur und einschlägige Praktika
    oder
  • mindestens drei Jahre Erfahrung im Haushalt mit mindestens einem Kind
    oder
  • drei Jahre Berufserfahrung als Tagesmutter in Vollzeit

Details zu den Vorgaben in den einzelnen Bundesländern gibt es beim Bildungsserver.

 

Ein weiterer Weg: die Externenprüfung zur Erzieherin

Nur für wenige Personen kommt die Externenprüfung in Frage. Als Externe können Sie sich prüfen lassen, wenn Sie mindestens viereinhalb Jahre in einer sozialpädagogischen Einrichtung tätig waren und dies mit Zeugnissen oder Arbeitsverträgen nachweisen können.

Sie müssen nach Ihrer Zulassung zur Prüfung an keinen weiteren Kursen oder Schulungen teilnehmen, Sie müssen “nur” die Prüfungen bestehen. Für einige spezielle Berufsbiographien ist dies vielleicht eine gangbare Alternative.

 

Fazit: Der Weg zur Erzieherin per Teilzeit ist problemlos machbar

Der Weg zur Erzieherin in Teilzeit ist relativ unproblematisch, allerdings haben Sie in den Jahren, in denen Sie zur Schule gehen, keine eigenen Einkünfte, brauchen also Hilfe von der Familie oder dem Partner. Sie können auch BAFöG beantragen, wenn Sie nicht mehr zuhause wohnen.

Zwar ist die Vergütung für Berufseinsteiger nicht überragend – Einsteiger können je nach Bundesland und Träger mit gut EUR 2.200 pro Monat rechnen, doch ist die Arbeit mit kleinen Menschen sehr lohnend und erfüllend. Und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt könnten für Erzieherinnen und Erzieher derzeit besser nicht sein!

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