Vom Berufsbegleitenden Studium überfordert: Dem Burnout vorbeugen

Burnout ist nicht nur eine Krankheit, von welcher Vollzeitberufstätige betroffen sind. Auch eine immer größere Anzahl an Studierende leiden unter ihr. Vor allem sind jene Studierenden betroffen, welche die Doppelbelastung Studium und Beruf vereinen müssen. Die Überforderung zieht starke Konsequenzen mit sich. Um ein Burnout zu vermeiden, sollten deshalb spezielle Tipps eingehalten werden.

 

Hoher Druck für Studierende

Viele Berufstätige und Studenten, welche ein berufsbegleitendes Studium absolvieren, leiden unter Burnout. Frust, Antriebslosigkeit, Erschöpfung, schlechte Laune, Müdigkeit, Gereiztheit sowie Konzentrationsprobleme sind typische Symptome dieser Erkrankung. Die Folge des Ausgebranntseins zeigt sich vermehrt in Statistiken. Eine immer größer werdende Gruppe an Studenten ist nicht in der Lage, ihr Studium weiterzuführen oder abzuschließen, da sie unter einer oder mehreren dieser Symptome leidet.

Die Gründe sind zugleich vielseitig. Viele brechen unter dem permanenten Leistungsdruck zusammen, finanzielle Schwierigkeiten trotz Berufstätigkeit treten vermehrt auf oder die Doppelbelastung von Arbeit und Studium wird zu groß und freie Zeit zum Entspannen zu klein. Je größer das Budget gelegen ist, welches zur Finanzierung des Studiums dient, desto länger muss der Student arbeiten. Allerdings sorgt schon eine Anstellung im Ausmaß von zehn Wochenstunden für eine Zusatzbelastung. Vollzeitarbeitende oder nebenberuflich Studierende sind aus diesem Grund die Hauptzielgruppe für Burnout, da der Teufelskreis Studium-Arbeit-Geld nicht leicht überwindbar für sie ist.

 

Passenden Studiengang wählen

Obwohl ein Burnout mit steigenden Arbeitszeiten häufiger eintritt, muss dennoch nicht auf ein berufsbegleitendes Studium verzichtet werden. Mit dem richtigen Zeitmanagement und Vorkehrungsmaßnahmen lässt sich ein Burnout zwar nicht ganz leicht, aber trotzdem realistisch verhindern. Ein wesentlicher Punkt, um Burnout zu vermeiden, ist die Belegung eines berufsbegleitenden Studiengangs.

Lehrveranstaltungen mit Anwesenheitspflicht finden außerhalb der Arbeitszeiten, also abends oder am Wochenende, statt, sodass kein unnötiger Stress bezüglich Planung entsteht. Gleichfalls können die Professoren selbst dafür sorgen, dass die beruflich aktiven Studierenden ein weniger starkes Belastungsgefühl verspüren. Gruppenarbeiten in kleineren Gruppen beispielsweise reduzieren den Koordinierungsaufwand für alle beteiligten Gruppen.

 

Zeitmanagement einhalten

Ein wesentlicher Teil des Zeitmanagements ist die Einteilung der Arbeits- und Lernphasen. Zunächst sollte stets ein Überblick über den anstehenden Lernstoff verschaffen werden. Am besten wird dies semesterweise gemacht und Hilfsmittel wie Verzeichnisse oder Mindmaps herangezogen. Auch ein schriftlicher Zeitplan bzw. Studienplan mit Lernziele und Zeitreserven hilft beim Berücksichtigen der Zeitreserven und beim Lernen.

Da gewisse Lehrveranstaltungen früher berücksichtig werden müssen, sollte der Studienplan unter Berücksichtigung von Prioritäten aufgebaut werden. Der Studienplan sollte regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden, falls sich Lehrveranstaltungszeiten ändern oder diese wegfallen. Nicht vor großen Prüfungen, sondern generell helfen Tageslernziele. Mit diesen erhält jeder Studierende einen schnellen Überblick über den Lernstoff und seinen Lernfortschritt. Gleichfalls lässt sich unnötiger Lernstress durch die persönlich effektivste Lernstrategie vermeiden. Beispielsweise helfen Gruppendiskussionen oder an bestimmten Tagen festgelegte und durchgeführte Wiederholungen beim Erarbeiten und Merken des Lernstoffes.

Die Strategien sollen hierbei nicht nur gefunden, sondern ebenfalls konsequent genutzt werden. Durch regelmäßiges Prüfen des Lernwegs können Lernstrategien im Bedarfsfall sogar optimiert werden. Ablenkungen wie Handy, Radio oder der Fernseher sollten vermieden werden, da Ruhe zum wesentlichen Lernerfolg beiträgt. Ist der Platz vorhanden, kann sogar ein spezieller Lernraum eingerichtet werden.

 

Entspannungsphasen fix einplanen

Da Burnout von einer Überbelastung ohne wesentliche Abschaltmöglichkeiten häufig auftritt, sind Ruhepausen immer notwendig. Während Vollzeitstudierende und Vollzeitarbeitende ihre freie Zeit gut einteilen und diese konsequent für notwendige Pausen verwenden können, fehlt berufsbegleitenden Studierenden oft die Möglichkeit, abzuschalten. Dennoch sollten in regelmäßigen Abständen Pausen durchgeführt werden.

Während des Lernens helfen Lernpausen, den gelernten Stoff leichter und effektiver zu verarbeiten, sodass das Gehirn in der Lage ist, sich wieder zu konzentrieren und Neues zu lernen. Freie Zeit ohne Lernen, Studium und Beruf sollte, wenn möglich, in dem Ausmaß genutzt werden, dass eine Entspannung eintritt. Jede Person entscheidet für sich selbst, wie sie sich entspannen kann. Spaziergänge, Ausflüge mit der Familie, Lesen, Fernsehen oder einfach ein Nickerchen machen sind nur wenige Beispiele, durch welche sich Menschen deutlich entspannen und das Burnout-Risiko sinkt.

Ebenfalls können die Familie, der Partner oder Freunde dabei helfen, die Zeit effektiv zu nutzen und freie Momente nicht mit unnötig Stress zu befüllen.

 

Früh genug eine Entscheidung treffen

Sind dennoch erste Burnout-Symptome bemerkbar, bleibt vielen Studierenden nur noch die Wahl zwischen Beruf und Studium. Gehen durch das berufsbegleitende Studium psychische und physische gesundheitliche Beeinträchtigungen hervor, sollte der Student eine Entscheidung treffen, um das Burnout zu vermeiden. Befindet sich der Student noch in der Mitte des Studiums, hilft oft ein ausgesetztes Semester, um neue Energie zu schöpfen und das Studium ohne Burnout fortzusetzen.

In der Endphase des Studiums kann der Studienabschluss trotz Burnout-Symptome durchgezogen werden. Danach empfehlen sich aber ausreichend Entspannungstage, um den angesammelten Stress loszuwerden. Wann genau der kritische Punkt erreicht ist und die Entscheidung gefällt werden muss, ist von Person zu Person unterschiedlich. Jedoch sollte die Entscheidung früh genug getroffen werden, um ernsthafte Folgen zu umgehen.