Berufsbegleitend das Abitur nachholen: Ratgeber

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Für das Nachholen des Abiturs muss man auch ab und an auf den Feierabend verzichten.Aber es lohnt sich!

Wer in Deutschland berufsbegleitend das Abitur nachholen möchte, dem stehen dafür unterschiedliche Möglichkeiten offen. Auf welche Arten Sie Ihr Abitur berufsbegleitend nachholen können und wie Sie dabei staatlich unterstützt werden, erfahren Sie hier.

 

Für das Abitur ist es niemals zu spät

Aus welchen Gründen auch immer Sie Ihr Abitur im Rahmen der regulären Schulbildung nicht abgeschlossen haben, ist vollkommen egal. Denn in Deutschland stehen Ihnen viele Wege offen, um die Hochschulreife nachzuholen. Ihr Alter ist dabei vollkommen unwesentlich. Sie müssen jedoch zumindest einen Realschulabschluss oder einen Hauptschulabschluss vorweisen können und bereits drei Jahre lang berufstätig gewesen sein. Neben einer Vollzeitausbildung in einem Kolleg bieten Abendschulen, Fernschulen und Volkshochschulen eine solide Vorbereitung auf die Abschlussprüfung zum Abitur an.

Der Unterschied liegt in der Organisation der Lehrform, der Kosten und der Form der Benotung. Abendschulen stellen einen Unterricht im Klassenverbund dar, der regelmäßig besucht werden muss. An Volkshochschulen können Sie sich für die einzelnen Kurse einschreiben, die Sie ebenfalls besuchen sollten. Die Einteilung gestaltet sich hier jedoch individueller, als bei klassischen Abendschulen. Eine besonders flexible Lernform bieten Fernschulen, die von Ihnen jedoch auch eine hohe Eigenverantwortung und Disziplin verlangen, da Sie sich den Lernstoff im Großen und Ganzen selbst aneignen müssen.

 

Voraussetzungen und zeitliche Planung beachten

Wie bereits erwähnt wird für das Nachholen des Abiturs im zweiten Bildungsweg entweder ein Hauptschulabschluss oder ein Realschulabschluss verlangt. Darüber hinaus müssen Sie zumindest drei Jahre lang gearbeitet haben oder eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Falls Sie nach dem Schulabschluss arbeitslos oder für die Kindererziehung zuständig waren, dann können Sie sich diese Zeiten dafür anrechnen lassen.

Je nach schulischer Vorbildung müssen Sie darüber hinaus einen Einstufungstest absolvieren und gegebenenfalls einen Vorkurs belegen. Dies ist in vielen Fällen erforderlich, wenn Sie im Rahmen Ihrer schulischen Vorbildung nur eine Fremdsprache gelernt haben. Der Vorkurs kann bis zu zwei Semester lang dauern. Danach können Sie mit den Vorbereitungskursen für das Abitur beginnen. In der Regel dauert das Nachholen des Abiturs etwa drei Jahre lang, wenn Sie pro Woche 20 Stunden dafür investieren.

Die Leistungskurse, wie Mathematik, Deutsch, eine Fremdsprache oder ein naturwissenschaftliches Fach, nehmen davon etwa fünf Stunden pro Woche in Anspruch. Sie müssen insgesamt zwei Leistungskurse belegen, die Sie sich selbst aussuchen können. Die restlichen Wochenstunden werden für die Grundkurse benötigt. Der zeitliche Aufbau gestaltet sich in eine Einführungsphase in den ersten zwei Semestern und eine Qualifikationsphase in den restlichen vier Semestern. Die Leistungen, die Sie in der Qualifikationsphase erbringen, fließen in die Abschlussnote mit ein.

 

Die Abschlussprüfung berufsbegleitend oder als Externist?

Nach den Vorkursen und der dreijährigen Abiturausbildung schließt das Abitur mit einer schriftlichen Prüfung in den Leistungsfächern und einer schriftlichen und mündlichen Prüfung in einem Grundkurs ab. Die Abschlussnote ergibt sich aus den erbrachten Leistungen aus der Qualifikationsphase und der Noten der Abschlussprüfung.

Wenn Sie keine Abendschule besucht haben, sondern Sie sich für das Abitur an einer VHS oder per Fernstudium vorbereitet haben, dann müssen Sie die Abiturprüfung per Externenprüfung bei der jeweiligen Schulbehörde Ihres Bundeslandes absolvieren. Hierfür wird eine Prüfungsgebühr eingehoben, die je nach Bundesland zwischen 100,- und 280,- Euro ausfallen kann. Auch die Anmeldung zur Abiturprüfung erfolgt selbstständig.

 

Finanzielle Unterstützungen vom Staat

Die Ausbildung an staatlichen Abendgymnasien und Kollegs ist kostenfrei. Private Bildungsanstalten verlangen für gewöhnlich eine Gebühr, deren Höhe von Anbieter zu Anbieter stark variiert. Für das Lernmaterial müssen Sie jedoch in jedem Fall selbst aufkommen. Wenn Sie das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dann können Sie während der Ausbildung an einer staatlichen Bildungseinrichtung, eine Förderung über das BAföG erhalten. Näheres dazu finden Sie hier.

In Ausnahmefällen können Sie auch nach Vollendung des 30. Lebensjahres zu einer BAföG-Förderung kommen. Diese Förderung kann bis zu 500,- pro Monat ausmachen, wobei für die Berechnung der BAföG-Förderung unterschiedliche Kriterien, wie die Wohnsituation und eine bestehende Berufstätigkeit eine Rolle spielen. Neben dieser finanziellen Förderungsmöglichkeit können Sie auch ein Stipendium über eine Stiftung erhalten. Die Voraussetzungen und die Höhe der Förderungen sind jedoch sehr unterschiedlich und hängen vom jeweiligen Förderer ab. Eine Liste aller Stiftungen erhalten Sie beim Bundesring der Abendgymnasien hier.

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