Die besten berufsbegleitenden Promotionsprogramme

Eine Überlegung für alle Absolventen einer Universität oder Fachhochschule ist es, noch einen Doktortitel obendrauf zu satteln. Oft ist das aber nicht so ohne weiteres möglich, denn die Promotion kostet viel Zeit, Energie und durch teilweise happige Studiengebühren und die Opportunitätskosten von verlorenem Einkommen letztendlich auch Geld. Warum sollte man sich also diesen Aufwand nach dem Studium also noch antun?

Außer Konkurrenz laufen bei dieser Frage alle Wissenschaftler, die an der Uni bleiben wollen. Wer in der Lehre und Forschung einer Hochschule Karriere machen möchte, kann nicht umhin, zu promovieren, um später einmal an eine Professur zu kommen. Auch in gewissen Studiengängen, zum Beispiel Chemie oder anderen Naturwissenschaften gehört eine Promotion zum guten Ton, selbst wenn man nach der Uni in die freie Wirtschaft geht.




Unter Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern ist das anders, hier reichen Staatsexamina oder Universitätsabschlüsse völlig aus, um an Jobs zu kommen. Trotzdem bietet die Promotion immer noch ein gewisses etwas. Zum einen werden Angestellte mit Doktortitel im Schnitt um einen zweistelligen Prozentbetrag (15 bis 20 Prozent) besser bezahlt als ihre Kollegen, die „lediglich“ einen Universitätsabschluss haben. Zum anderen verleiht ein Doktortitel seinem Träger auch heute noch einen höheren Status, was in Diskussionen, Meinungsverschiedenheiten um die Strategie einer Firma oder bei Messen und Konferenzen von großem Nutzen sein kann. Einer der Professoren des (nicht promovierten) Autors drückte es so aus: „Der Herr Doktor hat im Zweifel immer Recht.“

Doch ist das Promovieren neben der regulär laufenden Arbeit immer eine Herausforderung, die drei bis sechs Jahre erfordern kann und einen gewaltigen Arbeitsaufwand erfordert. Die für die Promotion aufgewandte Zeit fehlt für das Privatleben, die Familie oder Hobby, dessen müssen Sie sich bewusst sein. Aber am Ende steht die Gewissheit, etwas geleistet, ein Ziel erreicht zu haben und zudem werden Sie mit der Promotion bessere Jobangebote, andere Aufstiegschancen und letzten Endes eine erfüllendere und besser honorierte Karriere haben. Dafür lohnt sich der Aufwand in vielen Fällen doch.

Es gibt zwei Möglichkeiten, zu promovieren. Entweder haben Sie von Ihrem Studium noch gute Kontakte zu Ihrer Uni und ein gutes Verhältnis zu einem möglichen Doktorvater, dann können Sie versuchen, den steinigen Weg über die Uni zu gehen. Wenn Sie allerdings aus der Praxis kommen und auch ein eher praxisorientiertes Promotionsthema haben, dazu auch keine Zeit haben, um zu unterrichten, kann der Weg über die Uni extrem schwierig und arbeitsaufwändig werden. Alternativ gibt es zahlreiche halböffentliche und private – in jedem Falle gebührenpflichtige – Promotionsprogramme, bei denen Sie gegen Geld Ihren Doktortitel erwerben. Auch dies erfordert Arbeit, doch kümmert man sich besser um Sie, weil Sie zahlender Kunde sind, dazu sind die Programme oft auch praxisnäher.

Hier ein kleiner beispielhafter Überblick über fünf Promotionsprogramme, die sich berufsbegleitend besonders gut verwirklichen lassen:

 

Die Leipzig Graduate School of Management

Die Leipziger Schule bietet Promotionsprogramme für Wirtschaftswissenschaftler in Fächern wie Econometrics, Qualitative Data Analysis oder Methods of Management Research. Die Promotion kann in englischer Sprache erfolgen. Die Studiengebühren für ein dreijähriges Promotionsprogramm betragen EUR 15.000, die Finanzierung durch Studienkredite wird angeboten.

 

Otto-Beisheim-School of Management

Ebenfalls an Wirtschaftswissenschaftler richtet sich das Angebot dieser Düsseldorfer Hochschule. Die Kosten betragen einmalig EUR 2.500, danach dann pro Semester EUR 1.000.

 

Universitäre Programme

Auch verschiedene Unis sind auf den Zug aufgesprungen und bieten jetzt zentral ihre Promotionsprogramme an, die speziell auf Praktiker und Externe zugeschnitten sind. Aber: Auch hier müssen Sie ordentlich Geld in die Hand nehmen ähnlich, sind dafür aber wie bei privaten Promotionsstudiengängen ein Kunde. Angebote bietet die Friedrich Alexander Universität Erlangen-NürnbergLeuphana Universität Lüneburg udn die Europa Universität Flensburg.

 

Programme im Ausland

Nicht zuletzt gibt es auch Programme im Ausland. Beliebt sind vor allem Angebote aus Österreich, da diese ebenfalls deutschsprachig sind und in Deutschland problemlos anerkannt werden. Auch hier müssen Sie mindestens mit fünfstelligen Studiengebühren rechnen.

 

Fazit:

Es gibt einige Möglichkeiten, berufsbegleitend zu promovieren, aber in jedem Falle brauchen Sie dafür sehr viel Zeit und sehr viel Geld. Wenn sich das trotzdem für Sie lohnt oder der Doktortitel in Ihrer Branche ein Muss ist, dann haben Sie in diesem Artikel hoffentlich einige Anregungen bekommen.