Die Zeit richtig organisieren - oft schwerer, als sich das anhört.
Die Zeit richtig organisieren – oft schwerer, als sich das anhört.

Wer beim Thema Teilzeitstudium an einen halbierten oder zumindest reduzierten Arbeitsaufwand denkt, greift mit seinen Gedanken in der Regel zu kurz. Der Grund dafür: Viele Menschen entscheiden sich gerade deswegen dafür, berufsbegleitend studieren zu gehen bzw. ein Teilzeitstudium zu absolvieren, weil sie nur wenig Zeit für das Studieren erübrigen können. Dies kann ganz unterschiedliche Ursachen haben.

Vielleicht streben auch Sie das nebenberufliche Studieren an, weil Ihre Finanzen eher knapp bemessen sind und das Studieren neben dem Beruf die einzige bezahlbare Variante darstellt. Vielleicht haben Sie aber auch einen sehr spannenden Beruf ergriffen, der kein längeres Pausieren zulässt, aber dennoch durch eine Weiterqualifizierung attraktiver wird. Last, but not least haben viele Teilzeitstudierende Familienangehörige, die viel Aufmerksamkeit benötigen – zum Beispiel eigene Kinder oder auch Eltern, die zu Hause gepflegt werden müssen. Wie auch immer Ihre Gründe für das Teilzeitstudium aussehen – Sie sollten sich auf die Herausforderung einlassen und dabei ein paar wichtige Tipps für den Alltag beherzigen. So gelingt das Studieren hoffentlich problemlos und effizient.

 

Durch ein Teilzeitstudium Studium und Familie in Einklang bringen – so geht es

Wer Kinder hat oder sich schon einmal für eine längere Zeit um pflegebedürftige Angehörige gekümmert hat, weiß um die damit verbundenen Anstrengungen. Die Tätigkeit als „kümmerndes“ und pflegendes Familienmitglied ist zwar reizvoll und menschlich lohnenswert. Gleichzeitig kann sie aber auch sehr kräftezehrend sein. Wer ein Teilzeitstudium mit dem Kümmern um die Familie vereinbaren möchte, sollte dies von Anfang an gut planen. Weder das Studienpensum noch die Familie sollten leiden und auch die Studierenden selbst dürfen sich nicht so weit verausgaben, dass sie weder die eine noch die andere Aufgabe mehr erfüllen können. Zu Beginn Ihres Studiums sollten Sie sich genau mit dem Studienpensum beschäftigen und eine „Standardwoche“ durchplanen. Dieser Plan kann Orientierung geben und lässt sich im Notfall – zum Beispiel bei Krankheit eines Kindes – schnell modifzieren.

Besonders wichtig ist es, frühzeitig für weitere Unterstützung zu sorgen. Denken Sie darüber nach, welche engen Vertrauten als Babysitter oder für andere Unterstützungsaufgaben infrage kommen. Sicherlich können die Großeltern der Kinder, liebe Nachbarn oder gute Freunde ab und zu einspringen. Ideal ist es, wenn Sie sich mindestens an einem Tag der Woche komplett „freischaufeln“ können, um sich voll und ganz dem Studium zu widmen. An einem solchen „Jour fixe“ können Sie sich beispielsweise auch zum Lernen mit Studienkollegen treffen oder ein Repetitorium besuchen, falls Sie einmal eine intensivere Beschäftigung mit einem Thema benötigen – beispielsweise vor einer Prüfung.

Wer keine Möglichkeit hat, auf Bekannte zurückzugreifen und dennoch nebenbei studieren möchte, kann sich auch an ehrenamtliche Helfer wenden. Sicherlich gibt es auch in Ihrer Stadt oder Gemeinde Einrichtungen, die Helfer vermitteln. Häufig freuen sich beispielsweise Senioren, als gelegentliche „Leih-Großeltern“ einzuspringen und Ihren Kindern etwas vorzulesen, mit ihnen zu basteln oder sich anderweitig mit ihnen zu beschäftigen. Ähnliche Dienste werden auch als aktive Nachbarschaftshilfe für pflegende Angehörige angeboten.
Vermeiden Sie unbedingt, Ihre eigene Zeit schon von vorneherein bis auf die letzte Minute zu verplanen. Etwas zeitlichen Puffer benötigt man in jedem Studiengang, um diesen erfolgreich abschließen zu können.

Arbeiten und studieren – geteiltes und doppeltes Engagement

Die Studienform Teilzeitstudium wird auch häufig gewählt, wenn die Berufstätigkeit nicht unterbrochen werden kann oder soll. Hier muss man zwei Fälle unterscheiden: Entweder möchte man neben dem Teilzeitstudium die eigene Karriere auf- oder ausbauen oder ob man muss jobben, um die Finanzen während der Studienzeit sicherzustellen. Der Umgang mit diesen beiden Arten von Berufstätigkeit fällt leicht unterschiedlich aus. Bei einem Job, der lediglich zum Geldverdienen benötigt wird – beispielsweise beim Kellnern oder bei der Arbeit als ungelernte Kraft in einem Produktionsbetrieb – kommt es lediglich darauf an, die Anforderungen des Arbeitgebers zu erfüllen. Möchte man aber in dem Betrieb Karriere machen, in dem man beim berufsbegleitenden Studieren tätig ist, ist unter Umständen ein sehr hohes Maß an Zusatzengagement notwendig. Im letztgenannten Fall sollte das Thema nebenbei Studieren unbedingt mit dem Arbeitgeber bzw. mit dem Vorgesetzten besprochen werden – und zwar mit einem ausreichenden zeitlichen Vorlauf. Viele Unternehmen begrüßen es, wenn sich ihre Mitarbeiter in ihrer Freizeit weiterbilden, denn dies kommt auch dem geschäftlichen Erfolg zugute. Das Studieren neben dem Beruf wird deswegen unter Umständen gefördert.

Überlegen Sie sich vor dem Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber genau, welche Lösungen für Sie ideal wären und zu welchen Kompromissen Sie bereit sind. Falls Sie einen Beruf haben, in dem Sie viel reisen müssen, könnte es Ihre Situation zum Beispiel sehr entspannen, wenn Sie sich für die Präsenzphasen und für die Prüfungszeiten von Reisen freistellen lassen. So kollidieren diese wichtigen Studienphasen nicht mit Ihrem Job und sowohl Ihr Arbeitgeber als auch Sie selbst können besser planen.

Darüber hinaus könnten Sie für die Prüfungsvorbereitung spezielle Regelungen finden. Falls Ihr Arbeitgeber sie nicht freistellen kann oder möchte, lässt sich vielleicht ein gewisses Maß an Homeofficetätigkeiten einplanen. Dies macht das Studieren einfacher und Sie können beispielsweise die Möglichkeit nutzen, spezielle Prüfungsvorbereitungskurse an beliebigen Wochentagen und zu beliebigen Uhrzeiten zu besuchen. Auch dies macht das Studieren entspannter und effizienter.

 

Berufsbegleitende oder nebenbei studieren und auf die eigene Gesundheit achten

Ob das Teilzeitstudium als Studieren neben dem Beruf oder in einer Kombination aus Uni und Familie stattfinden soll – eines dürfen Sie niemals vergessen: Planen Sie genügend Zeit für sich selbst ein. Das Studieren ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, die viel Konzentration, Disziplin und Aufmerksamkeit erfordert. Um dies neben anderen Tätitgkeiten bewältigen zu können, benötigen Sie zwingend Entspannungsphasen. Vielleicht können Sie sich hier zum Beispiel mit Ihrem Partner oder mit Freunden abstimmen, um etwas Ruhe in den vielseitigen Alltag zu bringen. Gönnen Sie sich doch beispielsweise einen oder zwei Tage im Monat, in denen sowohl die Arbeit als auch die Familie und das Studium in den Hintergrund rücken und an denen nur Sie selbst zählen. Mit einem guten Buch bewaffnet, können Sie den Tag beispielsweise auf dem Sofa oder im Garten verbringen, in ein Wellnessbad in der Nähe fahren oder sich in die Badewanne legen. Das entspannt und lässt Sie neue Kraft für die nächste Studienphase sammeln!