Politik/ Politikwissenschaft als Teilzeitstudiengang

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Ein Studium der Politikwissenschaften ist vielerorts auch berufsbegleitend möglich.

Die Politikwissenschaft untersucht Handlungsmuster politischer Akteure und Institutionen und versucht diese zu analysieren und zu erklären. Je nach Forschungsschwerpunkt kann es dabei verschiedene Herangehensweisen geben.

Manche Vertreter des Fachs untersuchen beispielsweise vornehmlich die Entscheidungsfindung der Politiker, andere Politikwissenschaftler analysieren hingegen die übergeordneten Strukturen, die die Ergebnisse beeinflussen.

 

Das Berufsbild der Politikwissenschaftler

Das Berufsbild für Absolventen des Studiengangs Politikwissenschaft ist nicht eindeutig definiert. Es gibt viele verschiedene Bereiche, in denen Politikwissenschaftler tätig werden können. Eine Möglichkeit besteht darin, selbst in der Politik aktiv zu werden. Deutlich häufiger sind Politikwissenschaftler jedoch in einer beratenden Funktion tätig. Politische Parteien stellen beispielsweise Personal an, um Kampagnen durchzuführen oder um Hintergrundwissen für die programmatische Arbeit zu erhalten.

Auch Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und andere Interessensgruppen greifen auf die Dienste vieler verschiedener Berater zurück, bei denen es sich oftmals um Politikwissenschaftler handelt. Schließlich gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten in den Bereichen der politischen Berichterstattung – beispielsweise beim Rundfunk oder bei den Printmedien – sowie der Forschung und Lehre.

 

Die Zukunftsaussichten für Politikwissenschaftler

Für Politikwissenschaftler ist es nicht immer einfach, im Berufsleben Fuß zu fassen. Zwar gibt es sehr viele Beschäftigungsmöglichkeiten, doch ist die Anzahl der freien Stellen dabei in der Regel gering. Daher ist es hierbei besonders wichtig, bereits frühzeitig praktische Erfahrungen zu sammeln. Dies ist insbesondere durch Praktika möglich. Das hilft nicht nur dabei, wichtige Details aus der Praxis zu erfahren, darüber hinaus ist es dabei auch möglich, Kontakte zu knüpfen, die bei einer späteren Bewerbung oftmals sehr hilfreich sind.

 

Aufbau des Studiums und Inhalte

Zu Beginn des Studiums – zumindest bei grundständigen Studiengängen – steht an fast allen Hochschulen eine ausführliche Einführungsveranstaltung. Diese gibt den Studierenden einen Überblick über die Inhalte des Studienfachs und vermittelt ihnen wissenschaftliche Arbeitsweisen. Danach folgen Vorlesungen und Seminare aus verschiedenen Teilbereichen der Politik.

Welche Veranstaltungen dabei zur Auswahl stehen beziehungsweise welche Seminare die Studierenden verpflichtend besuchen müssen, hängt stets von der jeweiligen Hochschule ab. Häufig sieht der Studienplan Lehrveranstaltungen aus den Bereichen politische Theorie, politische Systeme, internationale Beziehungen und empirische Politikforschung vor. Jedoch handelt es sich dabei lediglich um einen kleinen Ausschnitt aus den vielfältigen Möglichkeiten, die dieses Studienfach bietet.

 

Wöchentlicher Arbeitsaufwand und Dauer des Studiums

Wie hoch der wöchentliche Arbeitsaufwand ist, hängt stark von der Eigeninitiative der jeweiligen Studenten und von der Fächerkombination ab. An vielen Universitäten ist es erforderlich, neben dem Hauptfach Politikwissenschaft noch ein weiteres Nebenfach zu studieren, bei dem die wöchentliche Studienzeit stark variieren kann. Viele Universitäten erstellen die Studienpläne so, dass die Pflichtveranstaltungen etwa 16 Wochenstunden ausmachen. Hinzu kommen jedoch zahlreiche Aufgaben, die die Studierenden in Eigenleistung erbringen müssen – beispielsweise die Vorbereitung von Referaten oder die Pflichtlektüre zu den entsprechenden Studieninhalten. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, weitere Wahlveranstaltungen zu besuchen. Als grober Richtwert gilt, dass diese Leistungen etwa den gleichen Umfang ausmachen sollten wie die eigentliche Vorlesungszeit, woraus sich ein Aufwand von 32 Stunden pro Woche ergibt. Diese Werte gelten jedoch für das Vollzeitstudium mit einer Regelstudienzeit von 6 Semestern im Bachelor und 4 Semestern im Master.

Für Studenten, die Politikwissenschaft in Teilzeit studieren, reduzieren sich diese Werte erheblich. Dabei gibt es jedoch unterschiedliche Ansätze. Häufig sehen die Lehrpläne für das Teilzeitstudium die doppelte Studienzeit vor – also 12 Semester für den Bachelor und 8 Semester für den Master. Auf diese Weise halbiert sich der wöchentliche Arbeitsaufwand. Es gibt jedoch auch einige andere Modelle, die beispielsweise eine Dauer von 9 Semestern für den Bachelor vorsehen. Dabei ist die zeitliche Belastung wiederum etwas höher.

 

Die Zulassungsvoraussetzungen

Normalerweise ist für die Aufnahme des Studiums der Politikwissenschaft eine allgemeine Hochschulreife oder eine fachgebundene Hochschulreife, bei der die Fachbindung die Politikwissenschaft einschließt, erforderlich. An manchen Hochschulen ist das Studium auch mit der Fachhochschulreife möglich.

Da dies jedoch nicht immer zutrifft, ist es in diesem Fall stets empfehlenswert, sich genau an der entsprechenden Bildungseinrichtung zu informieren. Normalerweise wird bei der Zulassung der Meisterbrief der allgemeinen Hochschulreife gleichgestellt, sodass es auch ohne Abitur möglich ist, Politikwissenschaft zu studieren.

 

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Anbieter für das Studium der Politikwissenschaft in Teilzeit

In Deutschland gibt es zahlreiche Hochschulen, an denen es möglich ist, Politikwissenschaft oder einen verwandten Studiengang in Teilzeit zu studieren. Die folgende Liste stellt die wichtigsten Anbieter vor.

 

Bamberg

Die Universität Bamberg bietet mit dem Studienfach Politikwissenschaft die Möglichkeit, das Zustandekommen und die Auswirkungen politischer Entscheidungen zu untersuchen. Zu diesem Zweck gibt die Universität vielfältige Möglichkeiten, um verschiedene Teilbereiche der Politikwissenschaft kennenzulernen. Ein Schwerpunkt stellt beispielsweise die internationale und europäische Politik dar. Dabei untersuchen die Studierenden, welche politischen Prozesse für die Entstehung und die Funktionsweise internationaler Institutionen von Bedeutung sind. Die Politikfeldanalyse hingegen beleuchtet das Zusammenspiel staatlicher und nicht-staatlicher Akteure in unterschiedlichen Politikfeldern.

Weitere Schwerpunkte stellen die politische Soziologie, die politische Theorie und die vergleichende Politikwissenschaft dar. Die Studierenden können in Bamberg Politikwissenschaft als alleiniges Hauptfach oder in Kombination mit einem weiteren Hauptfach oder mit einem Nebenfach studieren. An der Uni Bamberg ist es möglich, Politikwissenschaft in Teilzeit zu studieren. Die Studiendauer beträgt dabei 12 Semester. Selbst ein Wechsel vom Vollzeit- ins Teilzeitstudium oder umgekehrt ist jederzeit möglich.

 

Erlangen

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg bietet ebenfalls die Möglichkeit, ein Bachelor-Studium der Politikwissenschaft in Teilzeit zu absolvieren. Das Institut für Politikwissenschaft, an dem die entsprechenden Lehrveranstaltungen stattfinden, befindet sich dabei am Standort in Erlangen.

Als Pflichtveranstaltungen stehen hier eine Einführung in die Politikwissenschaft und in die Wissenschaftstheorie sowie Lehrveranstaltungen aus den Bereichen der politischen Theorie, der politischen Systeme, der internationalen Beziehungen sowie der außereuropäischen Regionen auf dem Studienplan. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen eines selbst gewählten Wahlmoduls auf einen bestimmten Bereich zu spezialisieren. In Teilzeit beträgt die Studiendauer hier 12 Semester.

 

Darmstadt

Eine weitere Möglichkeit, um ein Bachelor-Studium im Bereich der Politikwissenschaft in Teilzeit zu absolvieren, stellt die TU Darmstadt dar. Hier erhalten die Studierenden einen tiefen Einblick in das politische System der BRD, die internationalen Beziehungen, die politische Theorie und in einige weitere Teilbereiche der Politikwissenschaft. Es gilt hierbei zu beachten, dass das Teilzeitstudium erst ab dem dritten Fachsemester möglich ist. Daher müssen Sie zunächst mindestens ein Jahr in Vollzeit studieren.

Für das Teilzeitstudium gibt es Studienpläne, die einen Bachelor-Abschluss nach 9 oder nach 12 Semestern vorsehen. Daher können die Studierenden ihren Stundenplan ganz variabel gestalten und die wöchentliche Belastung genau an ihre Möglichkeiten anpassen.

 

Frankfurt (Oder)

Eine weitere Studienmöglichkeit für Menschen, die sich für Politik interessieren, bietet die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Hier wird der Master of Public Policy angeboten. Dieser behandelt vorwiegend die praktische Umsetzung politischer Projekte. Das bietet sich für Personen an, die direkt in der Politik beschäftigt sind, doch eignet sich das Studium auch für Akteure aus den Bereichen der Wirtschaft oder der Zivilgesellschaft. Hierbei handelt es sich um ein berufsbegleitendes Studium in Teilzeit. Das bedeutet, dass die Organisation so ausgerichtet ist, dass Sie das Studium problemlos neben dem Beruf erledigen können. Dazu trägt nicht nur bei, dass die wöchentliche Belastung deutlich geringer ist als bei einem Vollzeitstudium.

Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer gut aufbereitete Materialien, mit denen sie sich einen großen Teil der Inhalte zu Hause erarbeiten können. Das ermöglicht eine vollkommen freie Zeiteinteilung. Hinzu kommen mehrere kompakte Präsenzphasen. Allerdings gilt es dabei darauf zu achten, dass sich dieses Angebot ausschließlich an Personen mit einschlägiger Berufserfahrung richtet, die bei der Anmeldung nachzuweisen ist. Da es sich hierbei um ein weiterführendes Studium handelt, ist außerdem ein abgeschlossenes Erststudium erforderlich.

 

Göttingen

Die Georg-August-Universität Göttingen bietet einen klassischen Bachelor-Studiengang für Politikwissenschaft an. Auch an dieser Bildungseinrichtung ist es möglich, die Anzahl der Wochenstunden zu reduzieren, um in Teilzeit zu studieren. Die Inhalte und die Anforderungen sind jedoch ansonsten identisch mit denen des Vollzeitstudiums. Zu den wichtigsten Inhalten des Studiums zählen hier die politischen Akteure mit ihren jeweiligen Interessen sowie die politischen Institutionen.

Es werden Möglichkeiten untersucht, um die jeweiligen Forderungen umzusetzen und die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Dabei lernen die Studierenden die Grundlagen des politikwissenschaftlichen Arbeitens sowie verschiedene Forschungsmethoden kennen. Neben dem Hauptfach Politikwissenschaft ist es hier verpflichtend, ein weiteres Fach zu studieren.

 

Hannover

An der Leibniz Universität Hannover ist es ebenfalls möglich, Politikwissenschaft in Teilzeit zu studieren. Dieses Angebot gilt jedoch nur für den grundständigen Bachelorstudiengang, während Politikwissenschaft im Master lediglich als Vollzeitstudium angeboten wird. Die Regelstudienzeit beläuft sich in diesem Fall auf 12 Semester. Die Studierenden erbringen dabei pro Semester lediglich die Hälfte der für das Vollzeitstudium vorgesehenen Leistungen.

Die Uni Hannover bietet einen breiten Überblick über verschiedene Teilbereiche der politischen Wissenschaften. Dazu zählen beispielsweise die Analyse verschiedener Politikfelder, die internationalen Beziehungen, die politische Soziologie und die politische Theorie. Zu Beginn steht ein Einführungsmodul, das den Studierenden die Grundlagen des Fachs vermittelt.

 

Jena

Wenn Sie nach Möglichkeiten suchen, Politikwissenschaft im Rahmen eines grundständigen Bachelor-Studiengangs in Teilzeit zu studieren, können Sie sich auch an die Uni Jena wenden. Hier ist es problemlos möglich, die wöchentliche Belastung zu reduzieren, wobei selbstverständlich die Studiendauer ansteigt. Das Studium ist hier anwendungsorientiert. Das bedeutet, dass sich die Inhalte an realen Problemen der Politik ausrichten. Dabei untersuchen die Studierenden Prozesse der politischen Willensbildung, der Entscheidungsfindung sowie der politischen Auseinandersetzung.

Darüber hinaus werden kulturelle und religiöse Einflüsse auf die aktuellen politischen Konflikte untersucht. Dabei ist es möglich, Politikwissenschaft als Kernfach oder als Ergänzung zu einem anderen Studienfach zu studieren.

 

München

Eine Möglichkeit für ein weiterführendes Studium, das mit der Politik in Verbindung steht, bietet die Ludwig-Maximilians-Universität in München an. Dabei handelt es sich um den Master of Arts Philosophie, Politik, Wirtschaft. Wie der Name bereits erkennen lässt, stellt die Politik hierbei jedoch nicht den alleinigen Inhalt des Studiums dar.

Es kommen Inhalte aus der Philosophie und der Wirtschaft hinzu, sodass die Teilnehmer eine interdisziplinäre Ausbildung erhalten. Hierbei handelt es sich um ein berufsbegleitendes Studium. Das bedeutet, dass der Ablauf darauf ausgerichtet ist, dass die Teilnehmer weiterhin ihrer Berufstätigkeit nachgehen können. Dabei müssen Sie beachten, dass für die Zulassung neben einem erfolgreichen Erststudium auch eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit nachgewiesen werden muss.

 

Potsdam

Eine weitere interessante Option für Studieninteressenten, die nach einem Angebot im Bereich der Politik suchen, ist der Bachelor-Studiengang Politik und Verwaltung an der Uni Potsdam. Neben dem klassischen politikwissenschaftlichen Ansatz, der beispielsweise die politische Theorie und die vergleichende Politikwissenschaft umfasst, nimmt hier die Verwaltungswissenschaft eine wichtige Stellung ein. Dabei untersuchen die Studierenden verschiedene Prozesse im Bereich der öffentlichen Verwaltung. Das bietet den Absolventen zusätzliche Möglichkeiten für eine berufliche Tätigkeit.

Neben dem Studienfach Politik und Verwaltung ist es hier erforderlich, ein Zweitfach zu wählen. Die Studierenden haben die Möglichkeit, ein Teilzeitstudium zu beantragen. Dabei reduzieren sich die Anforderungen um die Hälfte. Allerdings ist es wichtig, dass dies nur bei Vorliegen eines wichtigen Grunds gestattet wird. Dabei kann es sich beispielsweise um die Pflege eines erkrankten Angehörigen oder um eine Berufstätigkeit handeln.

 

Das Fernstudium: die praktische Alternative

Neben einem Präsenzstudium in Teilzeit ist es auch möglich, ein Fernstudium zu absolvieren. Dabei können die Teilnehmer sich ihre Zeit vollkommen frei einteilen, sodass sich das Studium problemlos mit dem Beruf vereinbaren lässt. Auch die wöchentlichen Lernzeiten lassen sich dabei in der Regel an die verfügbare Zeit anpassen. In Deutschland gibt es zwei Anbieter, die Studienfächer im Bereich der Politik als Fernstudium anbieten.

 

FernUniversität in Hagen

Die beliebteste Möglichkeit für das Fernstudium in Deutschland ist die FernUni Hagen. Dabei handelt es sich um die einzige staatliche Fernuniversität in der Bundesrepublik. Die Teilnehmer profitieren dabei nicht nur von einem vielfältigen und qualitativ hochwertigen Studienangebot, sondern auch von vergleichsweise geringen Gebühren. Eine Möglichkeit stellt es hier dar, den Bachelor-Studiengang Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Soziologie zu absolvieren. Dabei gilt es zu beachten, dass hierbei auch weitere verwandte Wissenschaften Teil des Studienplans darstellen. Im Bereich der Master-Studiengänge ist es möglich, Governance zu studieren. Dabei stellen politikwissenschaftliche Inhalte den Schwerpunkt dar.

 

Freie Universität Berlin

Der Studiengang International Relations Online der Freien Universität Berlin stellt eine weitere Alternative dar, um Politikwissenschaft im Rahmen eines Fernstudiums zu studieren. Dieses Studium untersucht die internationalen Beziehungen – eine der wichtigsten Teildisziplinen der Politikwissenschaft. Für die Aufnahme des Master-Studiengangs ist es zum einen erforderlich, über ein abgeschlossenes Bachelor-Studium zu verfügen. Zum anderen ist es notwendig, bei der Anmeldung eine einschlägige Berufserfahrung nachzuweisen.