Mathematik als Teilzeitstudiengang (Bachelor)

Dieser Studiengang ist definitiv nichts für Zahlenallergiker.
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Die Mathematik ist eine der wichtigsten naturwissenschaftlichen Disziplinen. Sie ermöglicht die heutige moderne Lebensweise und begleitet jeden Menschen tagtäglich. Die essenzielle Bedeutung dieses Fachgebietes wird schon dadurch deutlich, dass es von der ersten Klasse der Grundschule bis hin zum Abitur durchgehend unterrichtet wird.

Ob es nun die bestimmte Taktung des Busfahrplans ist, das Auto, welches benutzt wird, oder sonstige alltägliche Aufgaben wie Einkaufen und Kochen, überall kommt die Mathematik zum Tragen, was dafür sorgt, dass die Berufsaussichten von Mathematikstudenten extrem umfang- und abwechslungsreich sind.

 

Der Berufsalltag als Mathematiker – Rechnen ist fast nur Nebensache

„Die Mathematik ist eine wunderbare Lehrerin für die Kunst, die Gedanken zu ordnen, Unsinn zu beseitigen und Klarheit zu schaffen.“, dieses Zitat von Jean – Henri Fabre beschreibt den Berufsalltag eines Mathematikers sehr genau, denn es geht weniger darum, stupide Rechenaufgaben zu lösen, als mehr komplexe Probleme und Aufgabenstellungen zu analysieren und die besten Lösungen und Strategien, durch das im Studium erlernte strukturierte Denken, zu erarbeiten.

Da die analytischen Fähigkeiten von Mathematikern in fast jeder Branche der modernen Arbeitswelt gefragt sind, ermöglicht besonders dieses Studium zum einen eine besonders breite Auswahl an Fachgebieten, zum Beispiel IT, Telekommunikation, Finanzdienstleister oder Forschung, zum anderen kann dadurch das persönliche Interesse an einem Bereich mit dem zukünftigen Job schon im Studium verknüpft werden.
Zusätzlich können die erworbenen Fähigkeiten im Studium spezialisiert werden, beispielsweise in die Richtung Wirtschaftsmathematik. Dies hat den Vorteil, dass schon während des Studiums eine bestimmte Richtung eingeschlagen werden kann. Dafür gilt es allerdings die passende Bildungseinrichtung zu finden, welche die gewollte Fachrichtung anbietet.

 

Inhalte, Dauer und Abschlüsse – Vielfältige Möglichkeiten

Auch im Mathematikstudium hat die Bologna – Reform Einzug gehalten. Am häufigsten werden die Abschlüsse Bachelor- und Master of Science verliehen. Ganz vereinzelt kann noch ein Diplomabschluss erworben werden, was jedoch inzwischen sehr selten vorkommt. Eine weitere Möglichkeit ist das Lehramtsstudium der Mathematik, welches mit dem zweiten Staatsexamen endet. Wird die Mathematik mit einem anderen Studienfach kombiniert, so können auch der Bachelor of Arts, sowie der Bachelor of Education verliehen werden.

Generell beträgt die Regelstudienzeit im Fach Mathematik 6 – 7 Semester für den Bachelor sowie weitere 3 – 4 Semester für den Master im Vollzeitstudium. Diese Zeiten sind bei Absolvierung eines Teilzeitstudiums wesentlich flexibler und von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Hier gilt es sich individuell zu informieren, da die Zeitspanne von 7 bis hin zu 18 Semestern reichen kann.
Zu Beginn eines Mathematikstudiums werden in den meisten Fällen gewisse Vorkurse absolviert, in denen die Studenten den Stoff der gymnasialen Oberstufe im Schnelldurchgang wiederholen. Somit wird gewährleistet, dass jeder Studierende auf demselben Wissenstand ist. Generell unterscheiden sich die Inhalte in mathematischer Form nicht, da die Grundregeln der Mathematik überall allgemein gültig sind, jedoch können in Ablauf und Einteilung Unterschiede auftreten. Meistens werden in den ersten 2 – 3 Fachsemestern die Grundlagen von Analysis, linearer Algebra, Informatik, Stochastik und analytischer Geometrie vermittelt, welche in den folgenden Semestern vertieft, sowie um die Fachgebiete Numerik, Stochastik und Zahlentheorie ergänzt werden.

 

Der zeitliche Aufwand – Mathematik ist anspruchsvoll

Eine genaue Aussage über den zeitlichen Aufwand eines in Teilzeit durchgeführten Mathematikstudiums lässt sich pauschal nicht beantworten. Im Zuge der Bologna – Reform wurden die Studiengänge so angelegt, dass in einem Vollzeitstudium etwa 40 Stunden Arbeitsaufwand pro Woche anfallen. Das Teilzeitstudium gestaltet sich wesentlich individueller, da der Student neben seinem Studium gleichzeitig seinem Beruf oder anderen verpflichtenden Aufgaben nachgehen muss. Vorlesungen und Veranstaltung finden deshalb in den Abendstunden oder am Wochenende statt, dies kann jedoch von Studieneinrichtung zu Studieneinrichtung variieren.

Im Gegensatz zu den Präsenzstunden, welche sich zeitlich exakt abschätzen lassen, ist der Aufwand für das Selbststudium nicht genau festzulegen. Mathematik gehört zu den anspruchsvolleren Studienfächern, je nach wissenschaftlichem Verständnis muss jeder Student unterschiedlich viel Zeit aufwenden, um die Veranstaltungen nachzubereiten. Als Faustregel gilt hier: Eine Stunde Veranstaltung bedarf einer Stunde Nachbereitung. Im Schnitt kann man mit einer wöchentlichen Gesamtarbeitszeit von 10 – 20 Stunden rechnen, welche neben den alltäglichen Verpflichtungen noch hinzukommen.

 

Die Zukunftsaussichten – Wissenschaft und Technik stehen niemals still

Die Berufsaussichten eines Mathematikers sind als extrem positiv zu bezeichnen. Ebenso die Wege, welche nach dem Studium eingeschlagen werden können. Vor allem in der Wissenschaft und der Forschung sowie im technischen Bereich haben Unternehmen schon in der Gegenwart Probleme, genügend ausgebildetes Fachpersonal zu finden. Da in diesen Fachgebieten kein Stillstand zu erwarten ist, werden diese Personalprobleme auch in Zukunft anhalten. Ein Master im Bereich Mathematik zusätzlich zum Bachelor kann sich durchaus lohnen, da die Unternehmen Absolventen mit diesem Grad bevorzugen, auch erleichtert dieser Titel Aufstiegschancen. Bezüglich des Gehaltes kann sich eine anschließende Promotion bezahlt machen.

 

Zulassungsvoraussetzungen – Keine wirkliche Hürde

An den meisten Bildungseinrichtungen besteht für das Studienfach Mathematik keine weitere Zulassungsvoraussetzung als die Hochschulreife, also das Abitur. Ein flächendeckender Numerus clausus wie beispielsweise bei Medizin existiert nicht. Einzelne Universitäten oder Hochschulen haben dennoch einen NC für das Fach eingeführt, sind aber die Ausnahme. Eine weitere seltene Ausnahme können diverse Tests als Zulassungsvoraussetzung der Hochschule darstellen, da die Abbruchquote im Fach Mathematik bei fast 80 % liegt.

 

teilzeitstudienmöglichkeiten deutschlandTeilzeitstudiengänge in Mathematik in Städten geordnet von A – Z

 

Universität Bayreuth

Die Universität im fränkischen Bayreuth bietet neben dem normalen Vollzeitstudium des Faches Mathematik auch die Teilzeitvariante an. Im Gegensatz zum Vollzeitstudium beträgt die Regelstudienzeit für den Bachelor 12 anstatt 6, für den Master 8 anstatt 4 Semester. Die Anzahl der ECTS Punkte bleibt unverändert, es müssen 180 für den Bachelor und 120 für den Master müssen durch Prüfungsleistungen, Vorträge und Veranstaltungen erbracht werden. Es gilt eine Obergrenze, von 15, maximal 20 ECTS Punkten, welche pro Semester erreicht werden dürfen. Im Vollzeitstudium gelten für bestimmte Fächer und Prüfungsleistungen Fristen, welche eingehalten werden müssen. Das bedeutet, dass die Prüfungsleistung bis zu einem bestimmten Fachsemester erbracht sein muss. Für Teilzeitstudierende verdoppelt sich die Dauer der Fristen. Der Studienbeginn ist zum Wintersemester vorgesehen.

Der Aufbau des Bachelorstudiums Mathematik ist modular und besteht aus insgesamt 5 Teilbereichen. Modul A umfasst den Pflichtbereich der Basismodule im Fach Mathematik und wird in den ersten 6 Semestern absolviert. Dieses „Grundstudium“ umfasst allgemein relevante Themen, wie Analysis, lineare Algebra und Programmieren. Die Module B und C umfassen Wahlpflichtmodule, werden ab dem 7. Fachsemester angeboten und vermitteln mathematische Themen wie Stochastik, Geometrie oder Statistik und deren Vertiefung. Modul E umfasst Anwendungsfächer wie BWL, Informatik oder Physik und findet jeweils im 5. und 6. sowie im 10. und 11. Semester statt. Fachsemester 12 schließt das Studium mit Modul D der Bachelorarbeit und dem dazugehörigen Kolloquium ab.

 

Technische Universität Berlin

Die Technische Universität der Landeshauptstadt Berlin ermöglicht ein Teilzeitstudium im Fach Mathematik. Vom Vollzeitstudium abzugrenzen ist, dass in einem Teilzeitstudium Semester als halbe Fachsemester, aber weiterhin als volle Hochschulsemester zählen. Die Anzahl der pro Semester zu erbringenden ECTS – Punkte halbiert sich. Es ist unerheblich, in welcher Form das Studium durchgeführt wird, der Studierendenstatus bleibt davon unberührt, ebenso die Pflicht zur vollen Entrichtung der Gebühren. Die Lehrveranstaltungen für ein berufsbegleitendes Studium finden hauptsächlich am Abend oder am Wochenende statt.

Das Studium an der TU Berlin ist modular aufgebaut und besteht aus 6 Bereichen. In den ersten Semestern stehen hauptsächlich die Grundlagen der Mathematik wie Analysis I – III, lineare Algebra I – II, und computerorientierte Mathematik sowie deren Vertiefung auf dem Stundenplan. Es schließen sich Wahlpflichtfächer an, in denen mathematische Themen vertieft werden, sowie eine Seminarteilnahme, welche mit 6 ECTS – Punkten vergütet, aber nicht benotet wird. Zusätzlich müssen Anwendungsfächer aus anderen Bereichen als der Mathematik, gewählt werden, zum Beispiel BWL, Physik, Elektrotechnik oder Informatik.

 

Technische Universität Braunschweig

An der Technischen Universität Braunschweig besteht die Möglichkeit die Fachrichtung Mathematik in einem Teilzeitstudium zu absolvieren. Die Regelstudienzeit verdoppelt sich in einem Teilzeitstudium für den Bachelor von 6 auf 12 Semester. Ebenso halbiert sich die Anzahl der zu leistenden ECTS Punkte pro Semester.

Die Besonderheit an der TU Braunschweig besteht darin, dass das Teilzeitstudium jedes Jahr neu beantragt werden muss, es besteht keine eigene Form des Teilzeitstudiums für das Fach Mathematik. Zu beachten ist, das sollte die Anzahl der zugelassenen ECTS Punkte überschritten werden, der Status von Teilzeit- auf Vollzeitstudium wechselt, was insbesondere für berufstätige Studenten zum Problem werden kann.
Die insgesamt 180 ECTS – Punkte werden in einem modular aufgebauten Studium erbracht. Die ersten Semester werden beherrscht von mathematischen Grundlagen und dem darauf aufbauenden Bereich der angewandten Mathematik. Diese beinhaltet computerorientierte mathematische Themen sowie Modellbildung. Es schließt sich das Modul reine Mathematik an. Aufgrund der Definition als Wahlpflichtfächer besteht die Möglichkeit, sich auf spezielle Themen zu vertiefen. Nichtmathematische Nebenfächer machen 15 – 30 ECTS Punkte der Gesamtpunktzahl aus. Ebenso werden in den späteren Semestern ein mathematisches Seminar, sowie eine Professionalisierung, zum Beispiel auf computerorientierte Mathematik verlangt. Das Studium schließt im 12. Fachsemester mit der Bachelorarbeit ab.

 

Universität Göttingen

An der Universität Göttingen ist es möglich, den Bachelorstudiengang Mathematik im Teilzeitsystem zu absolvieren. Die Studiendauer verlängert sich um 6 auf 12 Semester, der zu erbringende Leistungsumfang halbiert sich. Die Teilzeitstudierenden besuchen dieselben Veranstaltungen wie die Vollzeitstudenten. Für jedes Semester muss ein neuer Antrag auf den Teilzeitstudentenstatus gestellt werden, die Frist für das Wintersemester ist der 30.06, für das Sommersemester der 31.01 jeden Jahres. Zusätzlich muss an einer Fakultätsstudienberatung teilgenommen werden, deren Nachweis dem Antrag beizufügen ist. Der Studierendenstatus bleibt von der Art des Studiums unberührt.

Das Studium an der Universität Göttingen gliedert sich in 3 Bereiche, Basisstudium, Aufbaustudium und Vertiefungsstudium. Diese Bereiche sind gleichmäßig auf die Anzahl der Fachsemester verteilt. Das Basisstudium enthält die Vermittlung von mathematischen Grundlagen, wie Analysis I – II als Nebenfächer, lineare Algebra und analytische Geometrie I – II als Programmierkurse und Schlüsselkompetenzen. Im Aufbaustudium enthalten sind 4 Studienschwerpunkte in den Bereichen Analysis, Geometrie, numerische und angewandte Mathematik, sowie Stochastik. Diese sind teilweise frei wählbar. Neben den mathematischen Fächern müssen in den späteren Fachsemestern nichtmathematische Nebenfächer wie BWL, Chemie, Philosophie oder VWL belegt werden. Im Laufe des Bachelorstudiums müssen sich die Studenten zwischen 3 Studienprofilen entscheiden. Das allgemeine Studienprofil bietet dabei die breiteste Fächerung, da alle mathematischen Fächer zur Verfügung stehen. Im praxisorientierten Studienprofil liegt der Schwerpunkt auf numerischer und angewandter Mathematik sowie Stochastik, ebenso ist ein Pflichtpraktikum notwendig. Das 3. Studienprofil legt den Schwerpunkt auf die Physik. Theoretische Physik sowie ein experimentelles Physikpraktikum sind verpflichtend.

 

Universität Hamburg

Die Universität Hamburg bietet das Fach Mathematik als Teilzeitstudiengang an. Zu beachten ist, dass ein berufsbegleitendes Studium nur in wenigen Fächern wie BWL sowie weiterführenden Masterstudiengängen möglich ist. Dabei finden die Vorlesungen meistens in den Abendstunden oder am Wochenende statt. Auch Blockveranstaltungen werden angeboten. Im Gegensatz dazu besuchen Studierende in Teilzeit dieselben Vorlesungsveranstaltungen wie Vollzeitstudenten. Die Anzahl der Fachsemester verdoppelt sich, es wird in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss ein individueller Stundenplan erstellt.

In den ersten Fachsemestern finden Pflichtveranstaltungen zu Grundlagen der Mathematik in den Fächern Analysis, lineare Algebra, analytische Geometrie, numerische Mathematik sowie Stochastik statt. Zusätzlich müssen Grundlagen in einem Ergänzungsfach wie Physik, BWL, oder Technik erworben werden. Wahlmodule und Kompetenzen wie Programmieren und ein Softwarepraktikum schließen das Grundstudium ab. Das Studium endet mit der Bachelorarbeit, davor werden die mathematischen Grundlagen vertieft.

 

Fernstudium

 

Fernstudiengänge für den Bachelor im Fach Mathematik, Abschluss Bachelor of Science

 

FernUniversität Hagen

Die Fernuniversität Hagen bietet ein Teilzeitstudium der Mathematik an. Die Regelstudienzeit beträgt 12 Fachsemester, wobei diese individuell gestaltet werden kann. Die Lehrveranstaltungen werden hauptsächlich in Form von Einsendeaufgaben, Onlinevorlesungen und E – Learning – Materialen absolviert, sodass eine Anwesenheitspflicht nicht mit den anderen Aufgaben kollidiert. Auch Termine für Prüfungen können individuell festgelegt werden. Die Kosten für das gesamte Studium belaufen sich auf insgesamt 1500 €.

Der Studiengang Mathematik ist modular aufgebaut und folgt ähnlichen Regeln wie an einer Präsenzuniversität. In den ersten Fachsemestern werden Grundlagen der Mathematik sowie eines Nebenfaches vermittelt. Danach folgt eine Vertiefung in einem speziellen Fachbereich, sowie im gewählten Nebenfach. Das Studium wird mit der Bachelorarbeit abgeschlossen. Auffallend ist, dass an der FernUniversität Hagen mit BWL, Informatik und VWL nur 3 nichtmathematische Nebenfächer zur Verfügung stehen.