Bachelor of Laws als Teilzeitstudiengang studieren

Das Teilzeitstudium zum Bachelor of Laws ist an immer mehr Universitäten möglich.

Der Studiengang Bachelor of Laws

 

Berufsbild

Der Abschluss Bachelor of Laws ebnet den Weg für verschiedenen juristische Berufsrichtungen, befähigt allerdings nicht zu höheren Tätigkeiten. Mit einem Bachelor of Laws kann man zum Beispiel den Weg eines Rechtsberaters oder eines Wirtschaftsjuristen einschlagen. Um als Anwalt, Notar oder sogar Richter tätig zu werden bedarf es allerdings noch höherer Abschlüsse. Die beiden juristischen Staatsexamen und ein Referendariat sind hierfür unabdingbar.

Doch schon der Beruf des Rechtsberaters ermöglicht gute Gehaltsperspektiven und eine erfüllende Tätigkeit. Während Anwälte sich mit dem Austragen von Konflikten befassen müssen, liegt im Aufgabenfeld des Rechtsberaters eher die Vorbeugung von Streitigkeiten. Die Aufgaben eines Rechtsberaters sind vielfältig. So helfen sie beispielsweise bei der Ausarbeitung von Verträgen oder unterziehen diese einer Prüfung. Sie stehen der Unternehmensleitung mit gutem Rat zur Seite und wägen die rechtlichen Konsequenzen aller unternehmerischen Entschlüsse ab.

Der Job eines Rechtsberaters ist allerdings auch dementsprechend anspruchsvoll und bisweilen stressig. Die Wochenarbeitszeit ist durchschnittlich hoch. Hinzu kommt, dass es sich in der Regel um körperlich monotone Büroarbeit handelt. Geistig muss der Rechtsberater dagegen sehr flexibel sein. Er muss sich mit der juristischen Materie souverän auskennen und für verschiedenste Situationen die jeweils angemessen Lösungsvorschläge parat haben. Dementsprechend trägt er auch ein sehr hohes Maß an Verantwortung, denn die Beratungsempfänger müssen auf sein Urteil blind vertrauen können.

 

Inhalte, Dauer und Aufbau des Studiums

Der Studiengang Bachelor of Laws unterscheidet sich in wesentlichen Punkten vom einem normalen Jurastudium. Während letzteres die Heranbildung sogenannter Volljuristen – also späterer Rechts- und Staatsanwälte sowie in letzter Instanz Richter – zum Zweck hat, werden Studierende im Studiengang Bachelor of Laws gezielt auf eine spätere Beratungstätigkeit vorbereitet. Hierbei werden vor allem die Anforderungen der Wirtschaft in den Vordergrund gestellt. Wer den Abschluss Bachelor of Laws besitzt, der verfügt demnach über eine ganz andere Qualifikationsrichtung als ein gewöhnlicher Jurist. Der Bachelor of Laws ist demnach auch kein Jura-Abschluss zweiter Klasse, sondern verfolgt schlicht eine andere Ausrichtung mit intensiverer Spezialisierung.

Der Erwerb eines Bachelor of Laws nimmt in Vollzeit üblicherweise 6-7 Semester in Anspruch, in Teilzeit dementsprechend mehr. Hier ist je nach individuellen Voraussetzungen mit 9-12 Semestern zu rechnen. Soll im Anschluss noch das Staatsexamen abgelegt werden, so sind mindestens 3 weitere Semester einzuplanen.
Je nach Bildungseinrichtung können Inhalte und Aufbau des Studiengangs etwas unterschiedlich ausfallen. Im Grundstudium werden üblicherweise die Grundlagen des Rechts, insbesondere in Form des Bürgerlichen Gesetzbuches, behandelt. Darüber hinaus bilden Staatsrechts, Strafrecht und Verwaltungsrecht Schwerpunkte des Bachelorstudiums. Am Ende sollte der Absolvent vertiefte Kenntnisse sowohl des bürgerlichen als auch des öffentlichen und des Strafrechts besitzen. Bei Universitäten, die einen besonderen Fokus auf eine spätere Tätigkeit in der Wirtschaft legen, kommen noch eine vertiefte Behandlung des Wirtschaftsrechts und einen Einführung in die Betriebswirtschaftslehre hinzu.

Dazu gesellen sich bei einem Bachelorstudium noch die sogenannten Schlüsselkompetenzen. Hier erwerben die Studierenden Fremdsprachenkenntnisse, bauen ihr Argumentations- und Verhandlungsgeschick aus oder vertiefen ihre Kenntnisse im Umgang mit Verwaltungssoftware.

 

Wöchentlicher Arbeitsaufwand

Das Jurastudium gilt im Allgemeinen nicht gerade als einfacher Studiengang. In der Tat ist der Aufwand, vor allem der Lernaufwand, sehr groß. Allerdings ist entgegen einer landläufigen Meinung nicht das Auswendiglernen von juristischem Wissen, sondern vielmehr die Befähigung zum juristischen Denken das höhere Ziel des Studiums. Dies sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass vor allem die Zeit der Prüfungsvorbereitung sehr stressig ausfällt. Während der Arbeitsaufwand in den ersten Semestern noch überschaubar sein mag, da hier vor allem Grundlagenwissen vermittelt wird, so ist dies zum Ende des Studiums nicht mehr der Fall.

Auch bei einem Teilzeitstudium sind dann Abstriche in der Freizeit nötig, vor allem wenn nebenbei einer Beschäftigung nachgegangen wird. Wer das Studium auch in Teilzeit zügig beenden möchte, der sollte wöchentlich mindestens 20 Stunden für Präsenzstudium und Nachbereitungszeiten einplanen.

 

Zukunftsaussichten

Rechtsberater finden vor allem in der Wirtschafts- und Finanzbranche, bei Verbänden und Vereinen sowie bei Versicherung eine Anstellung. Dort arbeiten sie für gewöhnlich im sogenannten Justiziariat, der Rechtsabteilung eines Unternehmens. Doch auch in der öffentlichen Verwaltung und im Kriminaldienst können sie beschäftigt werden. Darüber hinaus zählen Behörden bis hinauf zum Auswärtigen Amt zu beliebten Arbeitgebern für Absolventen des Studiengangs. Hier gelangt man mit dem Bachelor of Laws jedoch nur in den gehobenen, nicht aber in den höheren Dienst, für welchen der Master of Laws oder die beiden Staatsexamina notwendig sind. Bei der Bundeswehr werden übrigens ebenfalls Rechtsberater beschäftigt. Man kann jedoch auch als unabhängiger Rechtsberater sein Glück versuchen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Jobchancen mit beiden Staatsexamina zwar besser und breiter gefächert sind, mit einem Bachelor of Laws allerdings in sehr kurzer Zeit ebenfalls die Befähigung für eine gut bezahlte Anstellung erworben wird. Außerdem finden Absolventen mit diesem Abschluss gelegentlich auch besondere Nischen für hochspezialisierte Bewerber vor.

Inzwischen bieten einige Universitäten auch die Option an, nach dem Bachelor of Laws das 1. Staatsexamen ablegen zu können.

 

Zulassungsvoraussetzungen

In der Regel benötigt man für den Studiengang Bachelor of Laws die allgemeine oder die fachgebundene Hochschulreife. Unter Umständen ist jedoch auch einen Bewerbung als staatlich geprüfter Fachwirt, Betriebswirt oder Buchhalter möglich. Englischkenntnisse sind von Vorteil, bei einigen Bildungseinrichtungen werden auch Lateinkenntnisse verlangt.

 

Übersicht der Anbieter des Teilzeitstudiums Bachelor of Law

 

Europa-Universität Viadrina (Frankfurt/Oder)

An der Europa-Universität Viadrina kann man Rechtswissenschaften auch in Teilzeit studieren. Seit dem Jahr 2013 kann das Studium mit dem Titel Bachelor of Laws abgeschlossen werden. Die Regelstudienzeit in Vollzeit beträgt hier 6 Semester. Darüber hinaus ist als Zusatzqualifikation auch das Ablegen der ersten juristischen Prüfung möglich. Dadurch besitzen die Absolventen auch bei Nichtbestehen des Staatsexamens in der Regel zumindest einen Bachelorabschluss. Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder ist somit eine der wenigen Universitäten in Deutschland, die ihren Jura-Studierenden diese Option bietet. Allerdings sollte mit einem Studienberater die Möglichkeit eines Teilzeitstudiums abgesprochen werden, wenn gleichzeitig das Staatsexamen erworben werden soll.

Das Grundstudium behandelt die Themen Zivilrecht, Strafrecht und öffentliches Recht sowie Aspekte der Rechtsphilosophie und Rechtsgeschichte. Diese Bereiche werden im Hauptstudium weiter vertieft, außerdem erwerben die Studierenden Schlüsselqualifikationen auf dem Gebiet der Rhetorik, der Mediation, der Vertragsgestaltung, der Vernehmungslehre und der rechtswissenschaftlichen Sprache. Darüber hinaus können sie noch eigene Schwerpunkte setzen, zum Beispiel in den Bereichen Völkerrecht, Medienrecht, Europarecht oder internationales Recht. Ein dreimonatiges Praktikum ist in der Studienordnung vorgesehen.
Als Spezialfach bietet die Europa-Universität Viadrina auch einen einzigartigen Bachelorstudiengang zur deutsch/polnischen Juristenausbildung an. Der Studiengang beleuchtet die Besonderheiten beider Rechtssysteme und wird zweisprachig angeboten. Er erfolgt in Kooperation mit der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznan.

 

HTW Berlin

An der HTW Berlin kann man Wirtschaftsrecht mit dem Abschluss Bachelor of Laws studieren. Der Studiengang richtet sich an alle, die nicht als Anwalt oder Richter tätig sein wollen, sondern ihre Zukunft in einer Beratertätigkeit in der Wirtschaft sehen. Zu diesem Zweck kombiniert der Studiengang die Vermittlung von Kenntnissen des Wirtschaftsrechts und der Wirtschaftswissenschaften.

Das Grundstudium konzentriert sich auf die Bereiche des allgemeinen Zivil- und Handelsrechts, des Arbeits- sowie des Gesellschaftsrechts. Zusätzlich werden auch Kenntnisse des deutschen und des europäischen Staats- und Verfassungsrechts, des Steuerrechts und des Verwaltungsrechts vermittelt. Darüber hinaus bilden auch Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie Rechnungswesen einen Themenkomplex innerhalb des Bachelorstudiums. Der Studiengang an der HTW Berlin bietet außerdem die Möglichkeit, sich je nach Interesse in den Bereichen des internationalen Rechts, des gewerblichen Rechtsschutzes, des Urheberrechts oder des Personal- und Sozialwesens zu vertiefen.

Ein Teilzeitstudium ist möglich. Die Regelstudienzeit in Vollzeit beträgt 7 Semester. Der Studiengang berücksichtigt sowohl deutsches als auch internationales Wirtschaftsrecht. Neben den üblichen Voraussetzungen (allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife oder fachgebundene Studienberechtigung) setzt die HTW auch die Absolvierung eines Studierfähigkeitstests voraus.

Auch an der HWT Berlin enthält das Studium ein dreimonatiges Praktikum, das üblicherweise zum Ende der Studienzeit, nach dem vorletzten Semester, zu absolvieren ist.

 

Hochschule Niederrhein

An der Hochschule Niederrhein kann man Wirtschaftsrecht mit dem Abschluss Bachelor of Laws als berufsbegleitenden Studiengang belegen. Der Unterricht erfolgt am Campus Mönchengladbach. Da der Studiengang berufsbegleitend ausgelegt ist, erfolgt das Studium zu ca. einem Viertel als Präsenzstudium am Campus, der Rest kann als Selbststudium auch zu Hause bewältigt werden.

Die Unterrichtsinhalte bestehen zur Hälfte aus rechtlichen und zu einem Drittel aus wirtschaftswissenschaftlichen Themen. Es werden unter anderem die Themen internationales Wirtschaftsrecht, Wettbewerbsrecht, Zivilrecht und Vertragsgestaltung behandelt, außerdem die Schlichtung von Konflikten eingeübt.

Der Studiengang bereitet für einen Tätigkeit in der Industrie, im Handel oder in der Verwaltung vor. Die Regelstudienzeit beträgt 9 Semester.

 

Leuphana Universität Lüneburg

An der Leuphana Universität Lüneburg kann man Rechtswissenschaften mit dem Abschluss Bachelor of Laws in Teilzeit studieren. Die Regelstudienzeit in Vollzeit beträgt 6 Semester.
Das Studium umfasst sowohl die Grundlagen des deutschen als auch des internationalen Rechts. Beim deutschen Recht werden schwerpunktmäßig das Zivilrecht, aber auch das Strafrecht und das öffentliche Recht behandelt. Zu den internationalen Themen bietet der Lehrplan Module wie Common Law, European Union Law, Public International Law und International Transactions.

Der Studiengang unterstützt die Absolvierung eines Auslandssemesters. Der Lehrbetrieb erfolgt teilweise in englischer Sprache. Die Durchführung eines Praktikums ist möglich.

 

Fachhochschule Südwestfalen

An der Fachhochschule Südwestfalen kann man den Bachelor of Laws im Studiengang Wirtschaftsrecht erwerben. Der Studiengang ist berufsbegleitend ausgelegt, das heißt es erfolgt ca. ein Drittel des Unterrichts als Präsenzstudium am Campus in Hagen, der Rest wird als Selbststudium absolviert. Die Regelstudienzeit dafür beträgt 9 Semester.

Im Studium werden sowohl die rechtlichen aus auch die betriebswirtschaftlichen Grundlagen der Materie vermittelt. Insbesondere auf die Vertragsgestaltung wird ein großer Schwerpunkt gelegt. Daneben zählen auch Zusatzqualifikationen wie Informatik und Wirtschaftsenglisch zu den Studieninhalten.
Für Bewerber ohne Hochschulzulassung ist eine Zugangsprüfung vorgesehen.

 

Fernstudium als Alternative

 

VWA-Rhein-Neckar

Die VWA-Rhein-Neckar bietet den Studiengang Wirtschaftsrecht an, der mit dem Bachelor of Laws abschließt. Es werden Inhalte aus den Bereichen Betriebswirtschaftslehre und Recht, außerdem aus den Spezialgebieten Finanzdienstleistungen, Immobilienrecht sowie Mergers & Acquisitions vermittelt. Überdies gehören auch Grundlagen aus den Feldern Präsentation und Projektmanagement, Sozial- und Methodenkompetenz sowie Unternehmensführung zum Lehrplan.

Dieser Studiengang erfolgt in Kooperation mit der Diploma FH Nordhessen. Der Präsenzunterricht findet am Standort Mannheim, üblicherweise in den Abendstunden oder am Wochenende statt.
Die Regelstudienzeit beträgt 7 Semester, kann jedoch bei Bedarf um bis zu 4 Semester verlängert werden.

 

IUBH

Die IUBH bietet ebenfalls einen Studiengang Wirtschaftsrecht an, der zum Erwerb eines Bachelor of Laws führt. Das Studium kann in Voll- oder auch Teilzeit absolviert werden. Die Studiendauer kann individuell bestimmt werden und beträgt wahlweise 6, 8 oder 12 Semester. Der Studienstart ist an der IUBH jederzeit möglich.
Der Lehrplan beinhaltet unter anderem die Grundlagen des Bürgerlichen Rechts, Wirtschaftsprivatrecht, Betriebswirtschaftslehre, Schuldrecht, Strafrecht, Arbeitsrecht und Zivilprozessrecht, außerdem Aspekte des Personalwesens und des Managements, der Buchführung und der Bilanzierung.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich in den Gebieten des Immobilienrechts, des kollektiven Arbeitsrechts und des Unternehmensrechts zu vertiefen. Schließlich bietet der Studiengang auch noch zahlreiche Erwerbsmöglichkeiten für Schlüsselqualifikationen, zum Beispiel in den Bereichen Fremdsprachen, Verhandlungen, Projektmanagement, IT-Management, E-Commerce und vielen mehr.

Es besteht die Möglichkeit, bei vorhandener beruflicher Vorbildung das Studium zu verkürzen.

 

Fernuni Hagen

Auch die bekannte Fernuni Hagen bietet einen Studiengang an, der zum Abschluss Bachelor of Laws führt. Der Studiengang bereitet für Tätigkeiten in der Wirtschaft, in der Verwaltung und in Verbänden vor. Die Regelstudienzeit beträgt 7 Semester.

Das Studium umfasst ein Propädeutikum mit Einführung in die Wirtschaftswissenschaften und behandelt anschließend das Strafrecht, das Arbeitsvertragsrecht, das Verwaltungsprozessrecht, das Schuldrecht, das Unternehmensrecht und das Zivilprozessrecht. Auch werden Staats- und Verfassungsrecht sowie Grundlagen des Europarechts vermittelt. Schließlich behandelt der Studiengang auch das internationale Privat- und Verfahrensrecht.

Daneben erhalten die Teilnehmer umfassende Schulungen in den Bereichen Vertragsgestaltung, Mediation, Verhandlung und Konfliktbeilegung.

Der Fernstudiengang Bachelor of Laws kann auch in Teilzeit absolviert werden.

 

Hochschule für angewandtes Management

An der Hochschule für angewandtes Management kann man Wirtschaftsrecht mit dem Abschluss Bachelor of Laws als Fernstudiengang in Voll- und Teilzeit studieren. Die Hochschule für angewandtes Management ist eine staatlich anerkannte, private Bildungseinrichtung. Sie verfügt über verschiedene Standorte in ganze Deutschland, unter anderem in Berlin und München. Das Studium des Wirtschaftsrechts ist jedoch zur Zeit nur am Standort München möglich.

Der Lehrplan enthält neben den juristischen Aspekten auch Grundlagen der Betriebswirtschaft, des Personal- und Rechnungswesens und der Steuerlehre. Darüber hinaus gehört auch Business English zum Lehrplan. Eine individuelle Vertiefung ist in den Bereichen Unternehmensrecht, Steuerrecht und Real Estate möglich.
Die Hochschule für angewandtes Management wirbt mit einem hohen Grad an Praxisorientierung und unterhält Kooperationen mit Partnern aus der Wirtschaft. Die Regelstudienzeit in Vollzeit beträgt 7 Semester. An der Hochschule für angewandtes Management werden Studiengebühren von zur Zeit 395 Euro pro Monat erhoben.