Berufsbegleitend zur Fachhochschulreife: So funktioniert es

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Berufsbegleitend zum Fachabi – Alter ist nie ein Hindernis.

Bei der Fachhochschulreife handelt es sich um den zweithöchsten Schulabschluss, den Sie in Deutschland erreichen können. Falls Sie im Rahmen Ihrer schulischen Laufbahn die Hochschulreife nicht erreicht haben, so können Sie diese in Form einer Fachhochschulreife auch später noch nachholen. Hierfür werden Ihnen unterschiedliche Möglichkeiten geboten.

Was genau ist die Fachhochschulreife?

Neben dem Abitur berechtigt auch die Fachhochschulreife eine akademische Ausbildung anzuschließen. Dieser Abschluss setzt sich aus einem berufsbezogenen und einem schulischen Teil zusammen und eignet sich besonders für Sie, wenn Sie bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Sie können den berufsbezogenen Teil jedoch auch mit Hilfe eines halbjährigen Berufspraktikums vorweisen. Im Gegensatz zum Abitur eröffnet Ihnen die Fachhochschulreife den akademischen Zugang jedoch oft nur mit Einschränkungen. Denn in vielen deutschen Bundesländern dürfen Sie mit der Fachhochschulreife lediglich an Fachhochschulen studieren. Studiengänge, die ausschließlich an Universitäten angeboten werden, bleiben Ihnen mit der Fachhochschulreife deshalb oft verwehrt.

Möchten Sie jedoch eine Ausbildung absolvieren, die zusätzlich praktische Bezüge aufweist, so bietet Ihnen die Fachhochschulreife eine ideale Grundlage dafür. Denn die Fachhochschulreife können Sie für eine spezielle Fachrichtung machen, um sich im Anschluss an einer Fachhochschule darin zu vertiefen. Die Möglichkeiten dafür variieren jedoch von Bundesland zu Bundesland, sind aber zumeist aus den Fachrichtungen Wirtschaft, Technik, Verwaltung und Sozialwesen zu finden. Darüber hinaus können Sie berufsbegleitend zur Fachhochschulreife in den Branchen Gestaltung, Ernährung und Agrarwirtschaft gelangen.

 

Welche Voraussetzungen Sie für die Fachhochschulreife erfüllen müssen

Die Voraussetzungen, die Sie für die Fachhochschulreife erfüllen müssen, hängen mit Ihrer Vorbildung und dem bereits absolvierten Schulabschluss zusammen. Allgemein bekannt ist, dass Sie zumindest die mittlere Reife absolviert haben müssen, um die Fachhochschulreife zu erhalten. Jedoch können Sie auch ohne Hauptschulabschluss zur Fachhochschulreife berufsbegleitend gelangen. Dies allerdings nur, wenn Sie bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben und diesen Abschluss vorweisen können. Verfügen Sie über einen Hauptschulabschluss, dann benötigen Sie ebenfalls eine abgeschlossene Berufsausbildung, um die Fachhochschulreife berufsbegleitend zu erwerben.

In diesem Fall können Sie dies auf drei Arten tun. Entweder, Sie besuchen eine sogenannte „Modulare-Duale-Qualifizierende-Maßnahme der Stufe II“ – abegkürzt auch MDQM II genannt – wie sie beispielsweise hier genauer beschrieben wird. Oder Sie entscheiden sich für eine duale Berufsausbildung, mit der Sie eine Fachausbildung und die Fachhochschulreife gleichzeitig absolvieren können. Darüber hinaus können Sie eine Berufsfachschule, die jedoch nicht berufsbegleitend angeboten wird, oder eine Abendschule besuchen. Können Sie keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen, dafür aber einen Realschulabschluss, dann dürfen Sie die Fachhochschulreife ohne weitere Voraussetzungen in Angriff nehmen. Sie müssen lediglich eine entsprechende Bildungseinrichtung besuchen, um den Abschluss für die Fachhochschulreife nach erfolgter Abschlussprüfung zu bekommen.

 

Welche Wege Ihnen zum Erreichen der Fachhochschulreife offen stehen

Der große Vorteil gegenüber eines normalen Abiturs ist, dass Sie die Fachhochschulreife berufsbegleitend relativ rasch, in etwa zwei Jahren, absolvieren können. Dafür steht Ihnen beispielsweise die Abendschule zur Verfügung, die Sie ab dem 19. Lebensjahr besuchen dürfen. Je nach schulischer Vorbildung müssen oder können Sie einen Vorkurs besuchen. Auch gibt es die Möglichkeit, sich bezüglich Ihres Vorwissens individuell einstufen zu lassen bzw. ein Auffrischungsjahr zu belegen. Detaillierte Informationen, wie Sie die Fachhochschulreife berufsbegleitend in der Abendschule nachholen können, finden Sie hier.

In jedem Fall müssen Sie die abendlich stattfindenden Unterrichtseinheiten wahrnehmen und sind hinsichtlich der Unterrichtszeiten nicht flexibel. Anders verhält es sich, wenn Sie die Fachhochschulreife per Fernstudium nachholen. Hier sind Sie zeitlich und örtlich vollkommen flexibel, was ein Absolvieren neben dem Beruf sehr einfach macht. Geboten werden allgemeinbildende Kurse sowie Fächer, die zum gewählten Schwerpunkt passen. Der Abschluss für den schulischen Teil der Ausbildung findet mit einer externen Prüfung statt. Hierfür müssen Sie in der Regel die Prüfung vor einer Prüfungskommission in Ihrem Bundesland ablegen, die beispielsweise von Berufskollegs oder der IHK durchgeführt wird.

Eine weitere Möglichkeit für die berufsbegleitende Absolvierung der Fachhochschulreife bieten Volkshochschulen und Telekollegs an. Telekollegs ermöglichen Ihnen nicht nur den Zugang zum schulischen Teil der Prüfung. Hier können Sie gleichzeitig auch die Berufsausbildung absolvieren. An Volkshochschulen können Sie sich, wie bei einem Fernlehrgang, inhaltlich auf die Externenprüfung vorbereiten. Näheres, zu den unterschiedlichen Wegen zur Fachhochschulreife können Sie auch hier nachlesen.